KlimaNotizen – ergänzende Infos zum Klimawandel

Kilimandscharo - der kalte Gletscherrückzug

Liebe Leser,

in Ostafrika gibt es drei Berge mit Gletschern. Der Kilimandscharo ist der berühmteste. Über das Abschmelzen seines Gletschers hat es in den letzten Jahren immer wieder Pressemeldungen gegeben.

Ist die globale Erwärmung Schuld ? Eine Studie aus dem letzten Jahr hat versucht Beobachtungen und Fakten auszuwerten. Die Ergebnisse sind durchaus überraschend und vielfach nicht bekannt.

Bei einer eigenen Meinungsbildung sollten sie mit einbezogen werden

Womit das hier also ein Thema für diesen Newsletter ist.

Weitere Themen für den Newsletter sind in der Warteschlange.
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Für Infos, Anregungen und Meinungen bin ich dankbar.
Mehr gibt es außerdem auf der Homepage:
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Mit besten Grüßen

Klaus Öllerer
info@KlimaNotizen.de

 

Kilimandscharo - der kalte Gletscherrückzug

Georg Kaser und andere Wissenschaftler stellen gleich am Anfang ihrer Studie1 fest, dass der Kilimandscharo4 und sein verschwindender Gletscher zu einem Symbol der globalen Erwärmung geworden ist und breites Interesse auf sich zieht.
Doch wie sieht es nun mit den tatsächlichen Beobachtungen und Fakten aus ?

Die Autoren haben Erstaunliches zusammengetragen.

Zusammen mit den beiden anderen ostafrikanischen Gletschern4 werden in einer Grafik die Rückzüge seit Beginn der Aufzeichnungen dargestellt:

Aus dieser Grafik kann man Folgendes ersehen:

1. Alle drei Gletscher befinden sich seit langem auf dem Rückzug, der Kilimandscharo lt. Studie schon seit der Zeit vor 1880 und damit kaum beeinflusst vom Menschen.
2. Der Kilimandscharo zog sich am schnellsten zurück vor 1912 und nicht heutzutage.
3. Nach dieser Grafik ist bei keinem der drei Gletscher in den letzten Jahrzehnten eine Beschleunigung des Rückzuges zu erkennen.

Es erscheint heute durchaus möglich, dass in einigen Jahrzehnten
das Eis völlig verschwunden ist.

In der Öffentlichkeit werden Gletscherrückzüge mit Erwärmung in Verbindung gebracht. Hierzu haben die Autoren eine eindeutige Haltung.
Die Messungen der Temperatur im ostafrikanischen Hochland zeige im 20. Jahrhundert keinen Trend, schreiben sie. Im Gesamten gesehen hat also weder eine Erwärmung noch eine Abkühlung stattgefunden.
Eine kontinuierliche Messung am Gletscher gibt es erst seit relativ kurzer Zeit.
Seit dem Jahr 2000 misst eine automatische Wetterstation die monatliche Durchschnittstemperatur mit -7,1oC (Febr. 2000 - Febr. 2002) und registriert nur geringfügige Schwankungen. Nie wurde der Wert von -1,6oC überschritten.

Auch die Satellitenmessungen2 zeigen seit ihrem Beginn 1979 keinen Erwärmungstrend der Region dort.
Die Temperatur als Ursache für den Gletscherschwund ist also sehr unwahrscheinlich.

Darstellung der Gletscher auf dem Kilimandscharo. Die Eisfelder sind inselartig verteilt. Senkrechte Eiswände sind durch schwarze Linien dargestellt. In der Mitte ist deutlich der Krater zu sehen.

Die Autoren dieser Studie halten die These, dass die tropischen Gletscher insgesamt durch Temperaturen am Rückzug sind, für nicht bewiesen.
Für den Kilimandscharo bieten Sie Erklärungen für den Gletscherschwund an, bei denen Temperaturveränderungen kaum eine Rolle spielen.

Seit ca.1850 verändert sich das Klima in Ostafrika. Der Rückzug des Gletschers begann in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts als Folge eines abrupten Wechsels zu deutlich trockeneren Bedingungen. Hinzu kamen möglicherweise noch vulkanische Aktivitäten am Krater.

Weniger Niederschläge, weniger Wolken und dadurch mehr Sonne werden als Hauptfaktoren genannt.
Die Sonnenstrahlung führe zur Verdampfung von Eis und daher ströme auch nur wenig Gletscherwasser ins Tal.

Eiswand, ca. 25 m hoch, nördliches Eisfeld, im Juni 2001

Hierzu fällt mir eine Alltagserfahrung ein. Jeder hat vielleicht schon einmal beobachtet, welche Kraft die Sonne an kalten Wintertagen entfalten kann und wie sie auch bei tiefen Temperaturen Schneehaufen in kurzer Zeit wegtrocknet - fast wie ein Gletscherrückzug im Kleinen.

Möglicherweise haben auch lokale Veränderungen die Luftströmungen am Kilimandscharo beeinflusst, so dass weniger Feuchtigkeit von unten nach oben transportiert wird.

Eine eventuell wichtige lokale Veränderung wird in anderen Quellen3 genannt: Das Abholzen der Bäume am Berg.

Daher wird auch über Aufforstung nachgedacht. Kurzfristig wird über Plastikplanen spekuliert, die die Eisfelder vor weiterer Verdunstung schützen sollen 3.

01.05.2004

Klaus Öllerer

 

1. GEORG KASER, DOUGLAS R. HARDY, THOMAS MÖLG, RAYMOND S. BRADLEY and THARSIS M. HYERA
MODERN GLACIER RETREAT ON KILIMANJARO AS EVIDENCE
OF CLIMATE CHANGE: OBSERVATIONS AND FACTS

2. Satellitenmessungen: Grafik in Newsletter 3

3. Welt v. 26.03.2003: Prima Klima für den Kilimandscharo

4. Karte von Ostafrika

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