BMBF-Studie: Kyoto kaum geeignet

Liebe Leser,

heute erscheint der Newsletter von www.KlimaNotizen.de zum zweiten Mal.
Die Meldung, die ich Ihnen/Euch anbiete, werden nicht wenige als sensationell empfinden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat in einer Studie festgestellt, dass das Kyotoprotokoll kaum geeignet ist den Klimawandel zu beeinflussen.
Das hatten Kritiker schon seit Jahren gesagt. Jetzt ist es praktisch amtlich.

Seit Jahren ist das Kyotoprotokoll ein Topthema in Politik und Öffentlichkeit. Steuer- und Abgabenerhöhungen, Vorschriften und vieles andere werden damit begründet.
Doch über die grundlegende Frage nach der Wirksamkeit wurde bisher in der breiten Öffentlichkeit praktisch kaum etwas bekannt.
Somit ist das also ein Thema für diesen Newsletter.

Weitere Themen sind in der Warteschlange.

Für Infos, Anregungen und Meinungen bin ich dankbar.
Mehr gibt es außerdem auf der Homepage: www.Klimanotizen.de

Mit besten Grüßen

Klaus Öllerer
info@klimanotizen.de

BMBF-Studie: Kyoto kaum geeignet

BMBF-Studie: "Herausforderung Klimawandel - Bestandsaufnahme und Perspektiven der Klimaforschung" von 2003, S. 10:

"Zu den im Kyoto-Protokoll vereinbarten Reduktionszielen der Treibhausgasemissionen liegen ebenfalls Modellrechnungen vor die, extrapoliert bis 2050, nur eine äußerst geringfügige Änderung (weniger als ein Zehntel Grad) gegenüber der sonstigen Temperaturentwicklung errechnen. Daher ist das Protokoll in seiner jetzigen Form kaum dazu geeignet, das Klima zu stabilisieren. Seine Wirkung ist eher im politischen Bereich zu finden, da es die einzige Klimavölkerrechtliche Basis für weitergehende Maßnahmen darstellt."
www.bmbf.de/pub/klimawandel.pdf

Im Klartext: Kyoto ist klimatisch wirkungslos !

Aber - ist es nicht besser wenigstens etwas zu tun, als die Hände in den Schoß zu legen ?
Bei der Beantwortung dieser Frage kann vielleicht ein Blick auf die Kosten helfen:

500 Milliarden Dollar pro Jahr im Jahre 2050 kostet Kyoto die Industrieländer (OECD).
Diesen Wert erhält man, wenn die niedrigste und höchste Schätzung gemittelt wird.

Was erhalten wir für diese Ausgaben ? ? ?

Das alles wirft weitere Fragen auf:
Warum erfährt die Öffentlichkeit erst jetzt, nach vielen Jahren öffentlicher, internationaler Aufregung, dass diese Vereinbarung klimatisch wirkungslos ist ?
Wurde das Abkommen unterzeichnet, ohne dass jemand die Wirkung vorher berechnet hatte ?
Oder war die Wirkungslosigkeit schon vorher bekannt und niemand hat das öffentlich und laut genug gesagt ?
Wenn ein wirkungsloses Kyotoprotokoll schon so teuer ist, wie teuer ist dann eines, das den Klimawandel wirksam bremsen soll ?

Wenn der Klimawandel so eintreten sollte, wie die Klimamodelle es voraussagen, kann es sich die Menschheit dann überhaupt leisten soviel Geld zu verschwenden, anstatt es in Anpassungsmaßnahmen zu stecken ?

Ist Anpassung an den Klimawandel nicht generell effektiver, egal ob er natürlich oder menschengemacht ist ?

Mit diesen Fragen steht man heute nicht mehr allein.
Auch in Entwicklungsländern gibt es kritische Stimmen. Eine davon kann hier in Englisch gelesen werden.:
Vanguard (Nigeria) v. 11.01.2004: „Klimakontrolle gefährlich für Entwicklungsländer“
www.vanguardngr.com/articles/2002/business/b412012004.html

Anscheinend wird es Zeit einmal vorurteilsfrei über dieses Thema zu diskutieren und nicht weiterhin die Welt allzu voreilig in Gut (für Kyoto) und Böse (gegen Kyoto) einzuteilen.

27.01.2004
Klaus Öllerer
www.Klimanotizen.de

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